{"id":4624,"date":"2020-07-31T18:35:00","date_gmt":"2020-07-31T16:35:00","guid":{"rendered":"\/trg\/?p=4624"},"modified":"2021-08-05T10:02:04","modified_gmt":"2021-08-05T08:02:04","slug":"rudern-unterm-corona-radar-durch-die-bretagne-von-sueden-nach-norden-10-19-juli-2020","status":"publish","type":"post","link":"\/trg\/2020\/rudern-unterm-corona-radar-durch-die-bretagne-von-sueden-nach-norden-10-19-juli-2020\/","title":{"rendered":"Rudern unterm Corona-Radar &#8211; Durch die Bretagne von S\u00fcden nach Norden. 10. \u2013 19. Juli 2020"},"content":{"rendered":"\n<p>Dass es diese Ruderwanderfahrt im denkw\u00fcrdigen Jahr des Ausbruchs der Corona-Pandemie \u00fcberhaupt geben konnte, war bis knapp vor dem geplanten Starttermin \u00fcberhaupt nicht absehbar. Weder von Berlin noch von Brandenburg h\u00e4tten wir gem\u00e4\u00df den hier noch geltenden Corona-Restriktionen in diesem Zeitraum ein Mannschaftsboot \u201eohne Loch\u201c besetzen und tagelang damit rumschippern d\u00fcrfen. Also Dank gilt diesmal nicht nur unserem bew\u00e4hrten Abenteuer-Fahrtenleiter Sven und dem Ratzeburger Ruderclub, sondern auch der Landesregierung von Schleswig-Holstein (Ausgangs- und Ankunftsort Ratzeburg), die fr\u00fcher als die politisch Verantwortlichen in Berlin \u201egr\u00fcnes Licht\u201c daf\u00fcr gegeben hat. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Also konnten sozusagen als \u201elast-minute\u201c-Buchung ein Kleinbus gemietet und die zwei ben\u00f6tigten Boote vom RRC, \u201eElsbeth\u201c (gesteuerter Vierer) und \u201eLibelle\u201c (gesteuerter Zweier), auf dem H\u00e4nger des Vereins vert\u00e4ut werden.<br>Rund 1400 km Fahrt die Nacht hindurch von Ratzeburg nach Arzal bis an die franz\u00f6sische Atlantikk\u00fcste wollten erstmal als unvermeidlicher Auftakt f\u00fcr dieses Unternehmen bew\u00e4ltigt werden. Von dort sollte es quer durch die Bretagne gehen: auf der Binnenschifffahrtsverbindung von S\u00fcden nach Norden. Nat\u00fcrlich hatten wir auch Gl\u00fcck, dass die Grenzen auf unserer Transitstrecke \u00fcber Holland und Belgien nach Frankreich bereits offen waren und (damals!) keine Reisewarnung mehr f\u00fcr Frankreich galt. Und klar: wohl niemand von uns \u2013 Vera, Lothar, Peter (Pjotr\/Pierre), Sven vom Ratzeburger Ruderclub sowie Heike, Kerstin, Peter und Uschi von der TRG, starteten so unbeschwert wie bei anderen Auslandswanderfahrten zuvor. Aber es war ja absehbar, dass wir eher \u201eunter uns\u201c bleiben w\u00fcrden, auf dem Wasser, n\u00e4mlich der Vilaine und dem Canal d\u2019Ille-et-Rance und dass wir, aller Voraussicht nach, \u201ewild\u201c zelten w\u00fcrden, mit Selbstversorgung. Eine \u201eLebensgemeinschaft auf Zeit\u201c.<br>Der K\u00fcstenfluss Vilaine? Der Canal d\u2019Ille-et-Rance? Beide Wasserstra\u00dfen waren eher gro\u00dfe Unbekannte f\u00fcr die meisten von uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Was erwartete uns auf der geplanten Tour von der M\u00fcndung der Vilaine in den atlantischen Ozean (Golf von Morbihan) bis Rennes und von dort weiter \u00fcber den Ille-Rance-Kanal m\u00f6glichst bis zur Hafen- und Festungsstadt St. Malo im \u00c4rmelkanal? \u201eVilaine\u201c hei\u00dft auf Deutsch: b\u00f6se, schlimm. Nachgeschlagen nach der Tour! Also konnte die Wanderfahrt unvoreingenommen ihren Lauf nehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0461-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4628\" srcset=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0461-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0461-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0461-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0461-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0461-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Die Bezeichnung d\u00fcrfte eine Anspielung auf die Hochwassergefahr sein, was uns sp\u00e4ter auf denkw\u00fcrdigen Pegelmarkierungen angezeigt wurde. Daher war dies auch der erste Fluss Frankreichs, der vor fast 500 Jahren mit 14 Schleusungen auf einer Strecke von 131 Kilometern schiffbar gemacht wurde. Die Berufsschifffahrt spielt hier l\u00e4ngst keine Rolle mehr. Also wurden auch die Schleusen nicht heutigen Standards entsprechend umgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Angedacht waren rudernd 131 Kilometer auf der Vilaine und 85 km auf dem Ille-Rance-Kanal, der kurz hinter Rennes Richtung \u00c4rmelkanal abzweigt. Bis zum Meer im S\u00fcden w\u00fcrden tideabh\u00e4ngig auf der Vilaine noch 7 km und im Norden 20 km bis St. Malo auf dem Kanal dazukommen. Die eigentliche Herausforderung sollte indes die \u00fcber 50 Schleusen sein: mehr oder weniger stillsitzend zu bew\u00e4ltigen. Dies vorweg: eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Kraftanstrengung f\u00fcr s\u00e4mtliche Hinterteile, da es zwischendurch auf der gesamten Route kaum Anlegem\u00f6glichkeiten gab. Was alsbald Diskussionen \u00fcber becken- und gendergerechte Rollsitze aufkommen lie\u00dfen \u2013 oder auch die Neueinf\u00fchrung einer Steh-Ruder-Disziplin. Am Ende hatten wir \u201enur\u201c 45 Schleusungen und 176 Ruderkilometer hinter uns und waren reif f\u00fcr einen Yoga-Grundkurs.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel unserer Hinfahrt, Arzal, erreichten wir am Nachmittag, Samstag, 11. Juli, bei strahlendem Sonnenschein. Arzal besteht eigentlich nur aus einem gro\u00dfen Jachthafen, einem \u201eNautischem Zentrum\u201c an den Ufern der Vilaine, die wenige Kilometer weiter in den Atlantik m\u00fcndet. Er ist einer der gr\u00f6\u00dften S\u00fc\u00dfwasserh\u00e4fen an der Atlantikk\u00fcste. Gesch\u00fctzt vor den Gezeiten durch einen Staudamm. Eine Schleuse erm\u00f6glicht die Durchfahrt von Schiffen \u00fcber die Nord-S\u00fcd-Achse der Bretagne. Alsbald wurde entschieden, auf die kurze Fahrt aufs offene Meer zu verzichten und unsere Boote so zu \u201eparken\u201c, dass wir uns am n\u00e4chsten Morgen, ohne Zeit durch Schleusung zu verlieren, sogleich auf den Weg Vilaine-aufw\u00e4rts Richtung Redon machen konnten. Entsprechend wurde der Platz f\u00fcrs erste Nachtlager gesucht: eine Wiese nahe am Hafen und gleich am Wasser. K\u00f6stlich das erfrischende Bad nach langer erm\u00fcdender Fahrt. F\u00fcr die n\u00e4chste Einkaufsm\u00f6glichkeit f\u00fcrs Abendessen musste eine kleine Abordnung noch einmal ins Auto steigen und rund 10 Kilometer bis in den n\u00e4chsten Ort, nach La Roche Bernard, fahren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0456-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4632\" srcset=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0456-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0456-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0456-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0456-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0456-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Schlie\u00dflich wurde mangels Tisch und St\u00fchlen der Bootsanh\u00e4nger zum Grillplatz und Speiseraum umfunktioniert.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Einige n\u00e4chtigten in ihren Schlafs\u00e4cken (mehr oder weniger durchfroren) unter freiem, sternen\u00fcbers\u00e4tem Himmel auf dem \u201eDeck\u201c von \u00dcbungskatamaranen einer nahegelegenen Segelschule. Die aber aufgrund von Corona geschlossen war. Da kein Landdienst vorgesehen war, mussten Bus samt Anh\u00e4nger und PKW (2 aus Berlin) landeinw\u00e4rts in Ziel N\u00e4he gebracht werden, da wir von nun an nur noch zu Wasser und mit Zelt- und K\u00fcchenausr\u00fcstung unterwegs sein w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Arzal bis Rennes sind die ersten 80 Kilometer schleusenfrei. Dann m\u00fcssen 12 Schleusen passiert werden, um bis Rennes auf 38 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel zu gelangen. Bis zu unserem ersten Etappenziel auf dem Wasser, 36 Kilometer bis Redon, ist die eher geradlinig dahinflie\u00dfende Vilaine noch recht breit, gesch\u00e4tzte 100 \u2013 150 Meter. Landschaft zieht als gr\u00fcnes Buschwerk, Wiesen- und Weidenband an den licht bewachsenen aber unzug\u00e4nglichen Ufern vorbei ohne vom Menschen gesetzte, sich ins Ged\u00e4chtnis gravierende Akzente.&nbsp; Noch ist der Blick immer wieder mal frei auf das weite, wenig besiedelte Hinterland. Der Himmel wolkenverhangen. B\u00f6iger Gegenwind und das Rudern gegen die Str\u00f6mung lie\u00df uns abends nach 36 Kilometern ersch\u00f6pft auf dem Campingplatz von Redon anlanden. Einkehrm\u00f6glichkeiten waren so weit entfernt, dass wir \u2013 leicht missmutig &#8211; auf unseren mitgef\u00fchrten Proviant zur\u00fcckgreifen mussten.<br> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0464-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4633\" srcset=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0464-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0464-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0464-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0464-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0464-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Hinter Redon&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>ver\u00e4ndert sich das Bild. Fast durchgehend zieht sich beidseits des Flusses ein sch\u00f6n angelegter Treidelweg entlang, der \u201eChemin de Halange\u201c, viel genutzt von Radlern, Joggern, Wanderern. Das Bett der Vilaine beginnt sich zu verengen, der Fluss schl\u00e4ngelt sich in sanften M\u00e4andern durch unber\u00fchrt scheinenden Laubwald. Die Steuerleute m\u00fcssen Acht geben auf den durch Bojen markierten Gefahrenbereich, was zuweilen gro\u00dfe B\u00f6gen ums Steuerbordufer erforderlich macht: entweder ist das Wasser zu flach oder es k\u00f6nnten noch Felsen nahe der Oberfl\u00e4che anstehen. Etappenweise ragen Felsw\u00e4nde vom Treidelpfad hoch hinauf. Ein einladender Steg kommt in Sicht, in B\u00e9ganne. Hangaufw\u00e4rts ein Strandcaf\u00e9, ein sch\u00f6ner kommunaler Rastplatz, Toiletten! Es ist wieder hei\u00df heute. Die Mannschaft jubelt, g\u00f6nnt sich ein Picknick unter Schatten spendenden B\u00e4umen.&nbsp; Zum Verweilen ist es noch zu fr\u00fch, die anvisierte Tagesetappe noch nicht erreicht. Die ersten Schleusen werden passiert. Klein und schmal, so dass gerade mal unsere beiden Boote hintereinander anlegen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0498-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4634\" srcset=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0498-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0498-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0498-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0498-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0498-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Schleusenw\u00e4rter oder \u2013w\u00e4rterinnen bedienen die museal erscheinenden Schleusentore aus altem Geb\u00e4lk mal von Hand, sp\u00e4ter auch mal die F\u00fchrungsbalken dr\u00fcckend mit R\u00fccken und Po.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mal mehr, mal weniger aufmerksam regulieren sie mit Blick auf die Anlegeseite der Boote den zuweilen durchaus heftigen Str\u00f6mungszulauf ins Becken. Leitern zum Festhalten gibt\u2019s nicht. Dies geschieht hier ausnahmslos mit Seilen, die oben um Poller geschlungen werden.&nbsp; Mal sind es unsere eigenen, mal sind es fest installierte glitschig schmuddelige, algendurchweichte Taue, die uns hinuntergereicht werden.<br>Der 14. Juli naht, der franz\u00f6sische Nationalfeiertag. Wir erhoffen uns abends an Land ausgelassene Feierlichkeiten, Stra\u00dfenfeste und Verk\u00f6stigung mit regionalen Produkten, m\u00fcssen aber ohnehin noch einmal einkaufen f\u00fcr die \u201eSelbstversorgervollpension\u201c. Zumindest m\u00fcssen die Trinkwasservorr\u00e4te aufgefrischt und der M\u00fcll entsorgt werden. Guipry, ein h\u00fcbsches, einladendes St\u00e4dtchen, bietet sich daf\u00fcr und f\u00fcr eine kleine Caf\u00e9pause an, aber die Zeit dr\u00e4ngt. Und mehr als eben dieser \u201eAusflug\u201c in einen Supermarkt, ein Gang aufs \u00f6ffentliche WC und eine Kirchenbesichtigung im Eiltempo ist uns nicht verg\u00f6nnt. Abends landen wir an einem Wehr mit einer beeindruckenden alten Wasserm\u00fchle, der Moulin de la Courbe.  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0474-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4635\" srcset=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0474-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0474-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0474-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0474-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0474-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Solche alten Wasserm\u00fchlen sind ein touristisches Markenzeichen der Vilaine,&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0485-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4636\" srcset=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0485-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0485-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0485-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0485-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0485-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>&#8230;ebenso wie die h\u00fcbsch aufgemachten Schleusen und Schleusenw\u00e4rterh\u00e4user mit ihren durchweg sehr gepflegten Blumenrabatten, vor allem mit den prachtvollen Hortensien.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Gailieu hei\u00dft der Ort. Eine freundliche Schleusenw\u00e4rterin gestattet uns, unsere Zelte auf dem Schleusengel\u00e4nde aufzuschlagen und einen Trinkwasserhahn an ihrem Haus zu nutzen. Am Uferweg entdecken wir Plaketten mit Anzeigen von Jahreszahlen und Hochwasserpegelst\u00e4nden. Fast immer im Winter trat hier die Vilaine \u00fcber die Ufer, bis zu 3 Meter.<br>Erstmalig k\u00f6nnen und wollen wir die Gelegenheit wahrnehmen, ein Restaurant aufzusuchen und uns bekochen zu lassen. Immerhin ist Nationalfeiertag. Aber der Ort ist wie ausgestorben. Man jubelt wohl anderweitig. Die Restaurants sind geschlossen. Bis auf eine Creperie. Immerhin genie\u00dfen alle das bretonische Nationalgericht Galettes (Buchweizenpfannkuchen mit diversem Belag) und dazu das bretonische Nationalgetr\u00e4nk Cidre.<br>Am n\u00e4chsten Tag beginnt der erwartete Schleusenmarathon. Allein bis Rennes sind 12 Schleusen auf einer Strecke von 50 km zu passieren. Rennes, die Hauptstadt der Bretagne, hinterl\u00e4sst bei der Durchfahrt bis zum Abzweig der Vilaine in den Ille-Rance-Kanal keinen bleibenden Eindruck. Wohl aber die Stadtschleuse und die muffige Schleusenw\u00e4rterin. Es gibt weder Seile noch, wegen der Beckenh\u00f6he, die M\u00f6glichkeit, von den Booten jeweils eines von uns nach oben zu katapultieren. Das Wasser wird \u00fcber eine \u00fcberdimensionale Wanne full speed ins metertiefe Becken gekippt. Unsere Boote t\u00e4nzeln mitsamt ihren grimmigen Insassen auf der hereinbrechenden Flut. Bis zum n\u00e4chsten Etappenziel, der Schleuse St. Gr\u00e9goire, sind heute noch auf der Vilaine 8 Schleusen und auf der Ille 3 Kanalschleusen zu durchfahren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0469-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4637\" srcset=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0469-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0469-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0469-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0469-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0469-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Ein gesch\u00e4tzt 30 \u2013 40 Meter hohes altes Eisenbahnviadukt mit den f\u00fcr viele Br\u00fccken in Frankreich typischen Rundb\u00f6gen \u00fcberspannt die Vilaine.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Steile felsige Ufer bringen etwas Abwechslung in die sonst von ebenerdigem Wald (Eichen und erste Maronenb\u00e4ume) dominierte Landschaft. Immer wieder beeindrucken uns die sch\u00f6nen, meist zweigeschossigen Schleusenw\u00e4rterh\u00e4user, aus massiven Felssteinen erbaut. Einige sind bewohnt, andere nicht, aber alle Anwesen werden offenbar gepflegt. Wohl eher als Augenweide f\u00fcr die zu Land sich fortbewegenden Touristen auf dem Treidelpfad. Ruderboote haben wir kein einziges zu Gesicht bekommen. Nur vergleichsweise wenige Paddler waren auf der gesamten Tour unterwegs. Ein einziges Motorboot (das defekt in einer Schleuse liegenblieb!) Und so waren vor allem die Schleusungen mit unseren Booten eine gro\u00dfe, selten dargebotene Attraktion f\u00fcr die Zuschauer.<br>Die Besonderheit auf dem Ille-Rance-Kanal war die Bew\u00e4ltigung des H\u00f6henunterschiedes. Die ersten 20 Schleusungen erfolgten aufw\u00e4rts, 25 H\u00f6henmeter. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0486-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4638\" srcset=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0486-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0486-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0486-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0486-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0486-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Eine hervorragende \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit fanden wir auf der Wiese an der (unbewachten) Schleuse Haute Roche.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dann hie\u00df es ca. 8 km auf dem Scheitel des Kanals weiter zu rudern, erstmal lange geradeaus, dann leicht m\u00e4andernd, dann, ab der Schleuse La S\u00e9gerie, wurde abw\u00e4rts geschleust, 63 H\u00f6henmeter dem Fl\u00fcsschen Rance folgend. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0506-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4642\" srcset=\"https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0506-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0506-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0506-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rudern-in-berlin.de\/trg\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BILD0506-1536x1152.jpg 1536w, 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1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>&#8230;wanderten tiefenentspannt nebenher zu Fu\u00df.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am Campingplatz Tint\u00e9niac, am Freitag, dem 17. Juli, endete unsere Ruderwanderfahrt. Es war f\u00fcr alle einsichtig, dass die Zeit zu kurz war, um bis Dinan bzw. bis zur 48. Kanalschleuse und danach noch 3 km aufs offene Meer bis zur Hafenschleuse St. Malo zu rudern. Auf dem Campingplatz Tint\u00e9niac war denn auch der H\u00e4nger geparkt worden, im Ortszentrum der Bus. Drau\u00dfen am Rand des Marktplatzes genossen wir abends die letzten Gl\u00e4ser Cidre und ein hervorragendes Muschelessen. Morgens wurden die Zelte abgebrochen, die Boote verladen und also steuerten wir die sich hoch \u00fcber dem Rancetal erhebende Stadt Dinan mit Motorkraft an. Immerhin blieb ein wenig Zeit f\u00fcr eine kleine Stadterkundung: einen Rundgang \u00fcber die mittelalterliche Stadtmauer, mit Blick auf die von Engl\u00e4ndern erbaute Festung, und steil hinunter zum Hafen. \u00dcber schmale, von alten Fachwerkh\u00e4usern mit pr\u00e4chtigen Holzfassaden und ausladenden Erkern ges\u00e4umten Stra\u00dfen. Ein wenig wehm\u00fctig folgten unsere Blicke der Richtung Meer flie\u00dfenden Rance. Dort entlang zu rudern h\u00e4tte uns sehr gefallen. So war es halt ein sch\u00f6ner, touristischer Abschluss \u201ein Zivil\u201c, bevor wir uns am Samstagnachmittag wieder Richtung K\u00fcste \u00fcber die Normandie auf die lange unerquickliche R\u00fcckfahrt durch die Nacht nach Ratzeburg aufmachten. <\/p>\n\n\n\n<p>Uschi R\u00fc.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass es diese Ruderwanderfahrt im denkw\u00fcrdigen Jahr des Ausbruchs der Corona-Pandemie \u00fcberhaupt geben konnte, war bis knapp vor dem geplanten Starttermin \u00fcberhaupt nicht absehbar. 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