Zwei Treptowerinnen auf der Alster – 28. Hamburger Staffelrudern

Nach drei Jahren Bauzeit ist das Hamburger Staffelrudern von ihrem Zwischenquartier beim Richtershorner Ruderverein an die Alster zurückgekehrt – und unsere Treptower Rudergemeinschaft war mit zwei Ruderinnen in einer Renngemeinschaft mit dem BRC Ägir am Start.

Beim neuen, sehr mondänden, todschicken Bootshaus vom Hamburger und Germania Ruder Club, der mehr einem Luxus-Wellness-Tempel als einem Bootshaus ähnelt, trafen sich am 10. Juni Vereins- und Renngemeinschaftsteams aus ganz Deutschland zum 28. Mal zum traditionellen Staffelrudern.

 

Im Rahmen der Pflege bilateraler Beziehungen zum Ruderverein BRC Ägir am Müggelsee ließen sich die Verfasserin (frisch gestählt durch das Pfingsttrainingslager im lauschigen Prieros) und unser alter Regattahase Anke B. auf dieses Regattavergnügen der anderen Art ein. Beim Staffelrudern treten Teams mit je zwei Booten (C-Gig Doppel-Vierer) an, die im Wechsel über den 3,5 km langen Rundkurs auf Binnen- und Außenalster jagen. Ziel ist es innerhalb der Zeit von 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr so viele Runden wie möglich zu absolvieren. Dass der Verein oder die Renngemeinschaft mit möglichst vielen Ruderern im Vorteil ist, ist bei dem Konzept nachvollziehbar und unsere zwei Treptower Frauen-Stärken wurden von den „Ägirern“ herzlich aufgenommen. Der Kurs ist aufgrund der Setzung und einiger enger und z. T. sehr windanfälliger Stellen nicht ohne und fordert besonders von den Steuerleuten einiges an Übersicht und Reaktionsschnelligkeit.

Das Kunststück besteht zudem darin, zur rechten Zeit eine einigermaßen fitte Bootsbesatzung mit Steuermann/-frau parat zu haben, die (nicht gerade zur Pipipause, oder voll gefuttert oder, oder…) blitzschnell die ausgepumpte Crew der letzten Runde im gerade eingetroffenen Boot ersetzen, Einstellungen anpassen, zum Start-/Ziel-Wechselbereich rudern, Boot hinlegen und im richtigen Moment einen knallharten Start fahren kann ohne mit anderen Booten, Bojen oder verirrten Touristen-Tretbooten zu kollidieren. (Den ein oder anderen Zwischenfall gab es im Laufe des Tages schon…) Einfahrprogramm, Aufwärmen, Abstimmung ist nicht – rein ins Boot und los geht´s.

Nach dem Start der Regatta um 11:00 Uhr ließen sich die ersten Stunden zunächst fluffig an. Im Verlaufe der bis 19:00 Uhr andauernden Veranstaltung machte sich dann zunehmend schleichende Schwere in Armen, Beinen und Kopf breit. Immer wieder 3,5 km im Regattatempo zu absolvieren, hinterlässt Spuren und die Temperaturen von schwülen 26°C trugen ihren Teil dazu bei. Spritzig war nur noch die legendäre Fontäne auf der Binnenalster…

Ergeben nickte man dann auf die Frage, ob man “wieder fit und bereit für eine Runde“ sei, und schleppte sich zum Boot. Bloß nix anmerken lassen! Als kleines aber nettes Extra wurde alle 100, 200 und 300 Runden an das jeweils glückliche Boot eine mittelpreisige Sektflasche samt standesgemäßen Plastikbechern vergeben. Unsere  fröhliche Truppe schnappte sich ganz unverhofft die erste der drei Püllchen. Am Nachmittag werden zudem traditionell die Wettbewerbe der schnellsten Runden in der Frauen- und in der Männerwertung ausgetragen und die, von besonders markierten Booten in einem vorgegebenen Zeitfenster, geruderten Rundenzeiten separat gewertet. Nach einiger taktischer Tüftelei wurden wir zwei Treptowerinnen auserkoren in jeweils einem Boot der Frauen-Sonderwertung mit zu rudern. Der wiedererwachte Ehrgeiz ließ uns dann noch einmal Banane und Powerriegel stopfen, Turboerholung einläuten und alles geben. Im Ergebnis standen dann die zweitschnellste und die fünftschnellste Zeit für die Renngemeinschaft zu Buche – ein Novum auch für die Ruderinnen von Ägir.


Aus terminlichen Gründen musste die Verfasserin die Veranstaltung schon gegen 17:00 Uhr verlassen und verpasste so den krönenden Abschluss: Erstmalig konnte die Trophäe in der Wertungsklasse 3 gewonnen werden und ein Strauß Medaillen zierte die verschwitzen Hälse!

Fazit: Das Hamburger Staffelrudern ist immer wieder ein besonderes Erlebnis und wirklich eine Reise wert. Die Ruderer des BRC Ägir sind eine ganz nette Truppe, haben uns warmherzig aufgenommen und alles top organisiert.

Wir sehen uns auf der Spree!

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