Himmelfahrt zu Wasser 2017

…aber nicht wie geplant als Beeskow-Umfahrt,
also ins „Hoheitsgebiet“  „unserer“ Spree, sondern in die andere Richtung, ins nicht minder sehenswerte, abwechslungsreiche Havelland. Ketzin als erstes Tagesziel.
An Bord von „Ernst Schering“:
Heike, Kerstin, Uschi sen., Micha und Peter.
Aufbruch am Himmelsfahrtsmorgen bei strahlendem Sonnenschein über die Kanalroute: Teltowkanal, Schleuse Kleinmachnow. Hier Ausstiegsmöglichkeit am Steg für Sportboote und für diverse Bedürfnisse außer Sichtweite: aus dem eingezäunten Schleusengelände führt ein Tor ins Grüne – Code-Nr. .

Weiter durch den Teltowkanal in den Griebnitzkanal und –see, unter die Glienicker Brücke steuerbordseits in die Babelsberger Enge, auf die Potsdamer Havel über den Jungfernsee. „Neufahrland“ nennt sich der Landstreifen zur Rechten (Steuerbord). Ein halbhoher Grünwall lässt dahinter einen lauschigen See erkennen, leider gesperrt. Wohl nur Flora und Fauna vorbehalten. Die Kanaltour setzt sich fort, nun abgezweigt in den Sacrow-Paretzerkanal Richtung Schlänitzsee.
Wie die meisten Wasserkanäle ist auch dieser auf „Durchhalten“ der Rudermannschaft angelegt – bis einem das Wasser sprichwörtlich bis zum Halse steht.
KM 23-3 KM 23-2  Aber, siehe da, Spuren einer „untergegangenen Zivilisation“ boten Abhilfe, wenn auch mit einem abenteuerlich verwitterten morschen Anlegesteg. Aber immerhin, die toughe Besatzung der E. Schering schaffte mit akrobatischem Geschick und vollendeter Körperbeherrschung den „notdürftigen“ Landgang.

Hinter kniehohem Gras entdeckten wir verlassene Baracken und einen Hinweis auf den ursprünglichen Nutzer: die „Bornimer Wasserwanderfreunde“. Erleichtert konnte die Tagestour fortgesetzt werden.

Mit Blick auf eine erste Übernachtungsmöglichkeit noch vor Ketzin war man sich, leicht ermattet vom Dauersonnenbad, schnell einig: Nachtlager aufschlagen in Marquard – eine „wilde“ Zeltidylle mit Freilicht und –luft „Außentoilette“, einem (noch) käuflichen Schloss samt großzügigem, sich selbst bzw. der Natur überlassenen Park dahinter. Die Abendmahlempfehlung „Zum Dorfkrug“ nahebei reduzierte sich auf Grillwurst oder Boulette im Brot im Biergarten. Zwar vom Küchenchef persönlich bereitet und serviert, der musste seine verheißungsvolle Küche jedoch kalt lassen, weil der eigens bestellte Grillmaster, dem Vatertag geschuldet, schon um 16 Uhr k.o. war. Abendausklang mit Disco-Mucke 70er Jahre aus dem dörflichen Sound-System und Sonnenuntergangsromantik pur über unserem Rastplatz.

Strand Marquardt

Freitags dann erst mal nur noch 10 Km bis Ketzin, anlanden und Zelte aufbauen auf dem für unsere Belange vorzüglichen Gelände des Strandbades. Strandbad Ketzin Das allseits aufkommende Urlaubsfeeling verführte zu einer idyllisch-beschaulichen Tagestour Richtung Brückenkopf (Ort), um Burgwallkaveln und die Budureninsel bis zum Trebelsee, über die Alte Havel – in den LVR Wanderbereich 13 – Untere Havel. Die am Seeufer erspähte und ersehnte Badestelle (Km 41) wies sich als „Fette Elke“ aus, deren Bedeutung zwar nicht nachvollziehbar war, aber angenehme Gelegenheit zum rasten bot. Noch fix eine namenlose Insel umrundet, dann gings zurück über das Südufer des Trebelsees zwischen Mittelbruch und Budureninsel nach Ketzin. Abendprogramm: Selbstversorgung am Platz. Einkauf im örtlichen Supermarkt, der Tisch des neu errichteten überdachten Picknickensembles bog sich geradezu unter der Vielfalt kulinarischer Köstlichkeiten – Peters Kommentar: alles in allem besser als im Hilton.

Der Rückweg am Samstag Richtung Potsdam Wannsee bescherte uns technische Probleme: die Rollen eines Rollsitzes versagten ihren Dienst unter Michas Gewicht (blockierte Kugellager), was nun nicht gleich Micha anzulasten ist sondern der Auslegung dieser Rollen bzw. deren Kugellager. Erfahrung und Empfehlung: diese Rollsitze sind auf (längeren) Wanderfahrten ungeeignet für Personen über 70 kg. Vor solchen Wanderfahrten zumindest die Räder schmieren! Die erhoffte Rettung vom Potsdamer RC Germania (nächste Übernachtung im Haus) erwies sich leider als vergeblich: das angebotene Ersatzrad hatte eine andere Normgröße. Was tun? Ein tiefer Griff in Peters kulinarisches Köstlichkeitenreservoir bot Erste Hilfe, wenn auch die Schering-Besatzung zwangsweise in eine markante Duftwolke gehüllt wurde: die Rollen/Kugellager wurden mit Knoblauchöl notdürftig geschmiert, der Sitz fortan nur noch von einem „Leichtgewicht“ belastet und wir hatten freie Fahrt (über Spandau – Landwehrkanal) bis „zuhause“. Eine letzte Anmerkung: empfehlenswert eine Pause beim Märkischen Rudererein: dort sind nicht nur die Toiletten sondern auch ein Getränkeausschank zugänglich (jedenfalls sonntags) – bei sehr freundlicher Aufnahme.

uschi

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